Die Wahl

Jeder kann Bundeskanzler werden!

Denn es gibt keine Voraussetzungen, außer die der passiven Wählbarkeit, wobei sogar dies nicht klar definiert ist. Vorgeschlagen wird der Bundeskanzler vom Bundespräsidenten, gewählt wird er vom Bundestag. Explizit heißt das: Der Bundespräsident ist weder gezwungen ein verdientes Parteimitglied vorzuschlagen noch einen Bundestagsabgeordneten. Der Bundespräsident ist in seinem Vorschlag frei - abseits aller Konventionen. Das sollte man nicht vergessen. 

Mehr dazu im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland:



Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Art 63 

(1) Der Bundeskanzler wird auf Vorschlag des Bundespräsidenten vom Bundestage ohne Aussprache gewählt.
(2) Gewählt ist, wer die Stimmen der Mehrheit der Mitglieder des Bundestages auf sich vereinigt. Der Gewählte ist vom Bundespräsidenten zu ernennen.
(3) Wird der Vorgeschlagene nicht gewählt, so kann der Bundestag binnen vierzehn Tagen nach dem Wahlgange mit mehr als der Hälfte seiner Mitglieder einen Bundeskanzler wählen.
(4) Kommt eine Wahl innerhalb dieser Frist nicht zustande, so findet unverzüglich ein neuer Wahlgang statt, in dem gewählt ist, wer die meisten Stimmen erhält. Vereinigt der Gewählte die Stimmen der Mehrheit der Mitglieder des Bundestages auf sich, so muß der Bundespräsident ihn binnen sieben Tagen nach der Wahl ernennen. Erreicht der Gewählte diese Mehrheit nicht, so hat der Bundespräsident binnen sieben Tagen entweder ihn zu ernennen oder den Bundestag aufzulösen.

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Art 65 

Der Bundeskanzler bestimmt die Richtlinien der Politik und trägt dafür die Verantwortung. Innerhalb dieser Richtlinien leitet jeder Bundesminister seinen Geschäftsbereich selbständig und unter eigener Verantwortung. Über Meinungsverschiedenheiten zwischen den Bundesministern entscheidet die Bundesregierung. Der Bundeskanzler leitet ihre Geschäfte nach einer von der Bundesregierung beschlossenen und vom Bundespräsidenten genehmigten Geschäftsordnung.